Ein besonderer Bewohner auf Gut Gnadental

Burkhard Zülow hat sich einen Traum erfüllt – eine maßstabsgetreue Kopie des Quirinus, dem Schutzheiligen von Neuss, steht zum Anfassen auf Gut Gnadental zwischen Kapelle und Olivenbaum.

Ein Quirinus zum Anfassen

Der ehemalige Oberpfarrer Hans Dieter Schelauske, Jutta und Burkhard Zülow und Kreisdechant Pfarrer Jochen Koenig vor der Segnung der Quirinius-Figur.

Ein Spaziergänger hat ihn schon gesehen, und überrascht gefragt: Haben sie ihn jetzt noch mal vom Dach geholt? Nein, Quirinus steht nach wie vor in 55 Meter Höhe auf dem Münster und wacht über der Stadt.

Ein zweiter Quirinus aber hat jetzt seinen Platz auf dem Gut Gnadental gefunden – dem Original von Künstlerhand bis ins Kleinste nachempfunden, in Bronze gegossen, steht er exakt halb so groß wie der Münster-Quirin ebenerdig, mannsgroß, neben einem eigens gepflanzten 200 Jahre alten Olivenbaum auf historischem Boden.

So nah und doch unerreichbar

Es ist ein alter Gedanke von Burkhard Zülow, dem Inhaber des Gutes, die Figur des Qurinus den Menschen näher zu bringen. Als Junge, so erzählt der gebürtige Pommer, habe er in einem Patrizierhaus an der Rheinstraße gewohnt, täglich auf Qurinus geblickt. „Er war so nah – und doch unerreichbar.“ Viele Jahre später kaufte der erfolgreiche Unternehmer Gut Gnadental, restaurierte, sanierte, mühte sich auf dem Stück Land, das ursprünglich dem Quirinus-Stift gehörte, unterstützt von Sabine Sauer von Bodendenkmalamt um zahllose historische Details.

Schließlich wollte der Mann, der immer wieder für Behinderte spendet, die Figur des Quirinus auf dem Hof des früheren Zisterzienserinnen-Kloster aufstellen, vor der kleinen, neu erreichteten Kapelle. „Ich wollte ihn auch holen für die, die mit den Händen sehen“, sagt Zülow.

Hans Dieter Schelauske als Oberpfarrer von St. Quirin stimmte zu, der Bildhauer und Künstler Michael Franke erhielt den Auftrag mit dem Maßgabe „keine künstlerische Freiheit“. Es traf sich, dass das Standbild gerade zur Restaurierung in einem Atelier zu begutachten war.

Er sei schon „sehr nervös gewesen“, bekennt Burkhard Zülow. Wie würde Pfarrer Schelauske auf die Arbeit reagieren? Doch die erste Begegnung verlief durchaus angenehm. „Mir kam es vor, als hätten sich beide angelächelt“, sagt der Mann mit dem Sinn für die Historie. „Ich hätte sonst alles abgeblasen und Quirinus nach Pommern geschickt.“

Text (C) 28.04.2007- Ulla Dahmen Westdeutsche Zeitung www.wz-newsline.de, Foto (C) Uli Engers – www.foto-engers.de