GUT 12.04.2016 – Dr. Rolf Martin Schmitz RWE und Ulrich Deppendorf

RWE-Vize Schmitz macht Kommunen keine Hoffnung auf Dividenden

Neuss. Den Spitzenvertretern der kommunalen Ebene, darunter auch Kreisdirektor Dirk Brügge, raubte RWE-Vize Rolf Martin Schmitz (58) die Hoffnung auf schnelle Rückkehr zur Dividenden-Ausschüttung: „Da kommt erstmal nix mehr.“ Als Moderator Ulrich Deppendorf wissen wollte, wann die Kommunen wieder Geld sehen werden, lautete die ausweichende, aber ernüchternde Antwort: „Zur richtigen Zeit.“ Von Ludger Baten

Zum ersten „Gnadentaler Unternehmer-Tisch“ (GUT) im neuen Jahr begrüßte Gastgeberin Jutta Zülow nicht nur 120 geladene Gäste, sondern mit Ulrich Deppendorf (66) auch einen neuen Gesprächsleiter für das laufende Jahr. Der ehemalige Chefredakteur des ARD-Hauptstadtstudios war eigens mit seiner Frau aus Berlin angereist. Sein Gesprächspartner war Rolf Martin Schmitz, Vize-Vorstandschef des Essener Energiekonzerns RWE und in der Region als gebürtiger Mönchengladbacher und als ehemaliges Präsidiumsmitglied des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln auch gesellschaftlich eine vertraute Größe. Im Fußball-Stadion löst er seine emotionale Nähe zu den rheinischen Topklubs derart auf, dass er einen Schal trage, der sowohl Rot und Weiß für den FC als auch Schwarz, Weiß und Grün für den VfL Borussia sei.

Rolf Martin Schmitz gilt als designierter Chef der RWE AG. Peter Terium, dem er 2012 noch den Vortritt auf den Chefsessel lassenmusste, wechselt an die Spitze einer neuen Gesellschaft (Newco), in die RWE unter dem Stichwort Erneuerbare Energien seine zukunftsträchtigen Sparten ausgliedert. Im Verantwortungsbereich von Schmitz bleiben die Gewinnbringer von gestern und Sorgenkinder von heute: die Kraftwerke für Atom und Braunkohle. Ist er der Sachwalter der Altlasten, während sein Kollege die Zukunft des Konzerns organisiert? Schmitz sieht in der Aufspaltung eine Chance. Er werde zeigen, „das wir mehr als eine Resterampe sind“. Zudem werde mit der Aufspaltung eine Kapitalerhöhung möglich. Der RWE-Ableger Newco geht an die Börse. Seinen Sitz wird das Unternehmen in Essen haben – wie die Mutter.

Quelle: NGZ www.rp-online.de